Hallo.
Ich habe letzte Woche ein LSI ADM3 bekommen, laut Verkäufer und Bildern voll funktionsfähig. Leider hat es einen Transportschaden, das Gehäuse ist gebrochen. Aber der Verkäufer schickt mir jetzt ein intaktes Gehäuse. Grundsätzlich lasse ich Monitore nach dem Versand immer ein paar Tage stehen, bevor ich zum ersten mal einschalte.
Nach ein paar Tagen hab ich es dann geöffnet und festgestellt, dass es ein ADM3a Board hat, was original sein kann, weil es ein relativ spätes Modell des ADM3 ist. Ich finde das jetzt auch nicht unbedingt schlecht, da das ADM3 nur Großbuchstaben kann und das ADM3a Groß-und Kleinbuchstaben. Außerdem habe ich gesehen, dass die Platine des Monitors lose war. Diese wird normalerweise von einer Blechleiste gehalten. Die hab ich natürlich befestigt. Den Stecker zwischen Mainboard und CRT hab ich abgezogen und mit meinem Trenntrafo die Netzspannung langsam bis 110 Volt hochgefahren. Das Amperemeter hat sich so gut wie nicht bewegt, also ist zumindest auf dem Mainboard kein Kurzschluß. Ich vergaß dann nach dem ausschalten wieder ein zu schalten, um zu hören, ob von dem Speaker ein beep kommt...
Statt dessen hab ich den CRT wieder verbunden und direkt mit 110V eingeschalten, da ich ja weiß, dass langsames hochregeln der Röhre nicht gut tut. Die Röhre hat nicht gezündet, nach ca 5 Sekunden ist weißer Rauch aufgestiegen und die Hauptsicherung des Gerätes ist rausgeflogen. Das Gerät hat knapp unter 1 Ampere gezogen bei 110V bevor die 0.8A Sicherung flog.
Jetzt sollte man meinen, wenn etwas qualmt, müsste man den Fehler bzw. den Übeltäter direkt finden. Dem ist aber nicht so. Fakt ist, dass der Kurzschluß von der CRT Platine kommen muß, da der Rauch erst kam, nachdem die CRT Elektronik verbunden war.
Nach dem zerlegen es Gerätes habe ich dann festgestellt, dass ein Elko auf der CRT Platine fehlte, dieser lag unter dem Mainboard. Allerdings so, dass er keinen Kurzschluß verursachen konnte. Außerdem sah ich einen 333j 400kel Folienkondensator, der relativ dunkel ist, aber nicht gerissen oder geplatzt. Ich kenne das Problem, wenn die Isolation derselben nicht mehr einwandfrei ist und bei einer bestimmten Spannung eine Leckage entsteht, gibts da ja auch einen Kurzschluß. Trotzdem, meiner Meinung nach müsste doch das Dingen aufgeplatzt sein ?! Was meint ihr dazu ?
Außerdem habe ich einen 0 Ohm 3 Watt Widerstand gefunden, der ziemlich dunkel ist, bzw. heiß wurde. Dieser befindet sich in der Leiterbahn zwischen Anschlußstecker und Flyback. Aber parallel dazu ist dann auch dieser Folienkondensator. Laut Komponententester hat der Folienkondensator noch seine 33nF, was wenig Aussagekraft hat. Aber ich habe kein Gerät um die Leckagefestigkeit bei höherer Spannung zu prüfen und hab auch keine Lust auf einen Prüfaufbau. Also nochmal, meiner Meinung nach hat der Folienkondensator ab einer bestimmten Spannung einen Kurzschluß, daraufhin wurde der Widerstand heiß und hat gequalmt, daraufhin ist die Sicherung geflogen. Da die Primärspannung (Strom is ja faul) anstatt in den Flyback zu fließen, über den Kondensator nach Masse abgeflossen ist, konnte der CRT nicht zünden.
Was mich jetzt interessiert und warum ich das alles schreibe - ich würde gerne den Flyback durchmessen, um diesen als Ursache aus zu schließen. Im eingebauten Zustand sind die linken 4 Kontakte zueinander kurzgeschlossen und die rechten 4 Kontakte zueinander kurzgeschlossen. Messe ich zwischen den linken und den rechten Kontakten (egal welche) habe ich einen Widerstand von 86 Ohm.
Vom Hochspannungskabel, welches zu der Röhre geht, hab ich zu keinem Pin Durchgang. Da muss doch auch die Sekundärwicklung irgendwie zu messen sein. So kenne ich es von der Zündspule eines Autos. zB 0,7 Ohm primär und 10 kOhm sekundär.
Um "richtig" durch zu messen hab ich den Flyback dann ausgelötet. Ich habe die Messergebnisse auf dem einen Bild notiert. Was haltet ihr davon ?
Vielen Dank !
Gruß Jan
EDIT: Auf dem Blatt die oberen Messergebnisse sind im eingelöteten Zustand, die unteren im ausgelöteten Zustand.
EDIT2: Ich habe herausgefunden, dass in der Hochspannungsleitung eine Diode ist. Ich musste also die Meßstrippen rumdrehen und habe jetzt Zwischen Hochspannungskabel und 4 Kontakten ca. 47 MegaOhm und zu den anderen 4 ca 100 MegaOhm... das kommt mich etwas viel vor..